ANETTE SELGsenkrechte Linie obenJOURNALISTIN & AUTORIN
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Deutschlandradio Kultur, Deutschlandrundfahrt, 30. August 2015, 11 Uhr

Die Kunst und der See
Auf der Halbinsel Höri am Bodensee


Leere Bilderrahmen, die in der Landschaft stehen. Wer durchschaut, sieht Gemüsefelder, dahinter den Bodensee - und Vorlagen für berühmte Gemälde von Erich Heckel, Helmut Macke oder Otto Dix. Entstanden hier, auf der Bodenseehalbinsel Höri, in der Zeit des Nationalsozialismus, als sich viele verfemte Künstler auf diese abgelegene Landzunge an der deutsch-schweizerischen Grenze geflüchtet haben. Auch Haus und Garten von Hermann Hesse, der bereits Anfang des 20. Jahrhunderts hier gelebt hat, steht Besuchern offen. Und um Kunst und Kultur geht es auf der Höri bis heute. "Im Sommer kommen die Leute hierher und beten Hermann Hesse an, zum Teil. Wenn sie nich Otto Dix anbeten, eins von beidem, oder manchmal auch beides. Wir ham auch so Tickets, die für beides gut sind." (...)


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Deutschlandfunk, Corso, 27. August 2015, 15.05 Uhr

Auffanglager in Berlin
Film-Catering für Flüchtlinge


In Berlin versuchen Tausende Menschen, das Leben in den Flüchtlingslagern zu verbessern. Sie spenden Essen oder Geld, bringen Kleidung, Hygieneartikel oder Spielzeug vorbei. Auch Berliner Filmleute, eigentlich für Fantasie- und Traumwelten zuständig, sind vor Ort. Mit einer filmreifen Hilfsidee gegen die Krisenzustände auf dem Gelände. Auf den ersten Blick sieht es hier fast idyllisch aus. Weitläufige Rasenflächen, dazwischen große, alte Backsteingebäude. Menschen sitzen in kleinen Gruppen zusammen, andere schlafen im Gras, ausgestreckt oder zusammengerollt, viele von ihnen barfuß (...)


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Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 15. Juli 2015, vormittags

Der Verein AFROPA in Dresden
Emiliano Chaimite im Porträt


Seit vielen Monaten katapultiert sich die Stadt Dresden immer wieder in negative Schlagzeilen. Aber es gibt auch ein ganz anderes Gesicht der Stadt. Anette Selg hat es gesucht und gefunden. "Wenn Beratung ist oder Veranstaltungen, sind wir hier. Und ich setze mich meistens hier hin, hier in dem kleinen Kabuff." Emiliano Chaimite ist der Gründer und Vorsitzender des afrikanischen Vereins. Zurzeit organisiert AFROPA regelmäßig die Veranstaltung "Das interkulturelle Sofa". Auf dem Sofa erzählen Menschen aller Herkunftsländer ihre unterschiedlichen Geschichten. Und das schwere Möbelstück auf Rollen schieben Chaimite und seine Freunde auch zu den Anti-Pegida-Protesten. (...)


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SWR 2, LiteraturEN, 30. Juni 2015, zwischen 22.05 bis 23.00 Uhr

Der neue Roman "Emerald Mountain"
der ägyptischen Autorin Mansura Essedin


In ihrem Roman "Smaragdberg", der bisher nur auf Arabisch erschienen ist, verwebt Mansura Eseddin Handlungsstränge aus „Tausendundeine Nacht“ mit Episoden, die in der Gegenwart spielen, unter anderem in der ägyptischen Hauptstadt während den Aufständen gegen Hosni Mubarak Anfang 2011. Schon immer, erzählt die ägyptische Schriftstellerin Mansura Essedin, zumindest seit dem frühen Tod ihres Vaters, habe sie ein Leben zwischen Traum und Wirklichkeit gelebt: In „Tausendundeine Nacht“ kann eine gute Geschichte ein Menschenleben retten. Diese Lektüre war wie eine Therapie für mich, die mich wieder von der Macht des Erzählens überzeugte, von der Macht der Wörter. (...)


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Deutschlandradio Kultur, Zeitfragen, 13. Mai 2015, 18.30 Uhr

Geschlechter in der Steinzeit
JägerInnen und Sammler


Der Mann geht auf die Jagd, die Frau hütet die Höhle: So stellen viele sich die Steinzeit vor - und begründen damit bis heute Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Dass es auch ganz anders gewesen sein könnte, zeigt nun eine Ausstellung in Freiburg. "Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?" Die aktuelle Ausstellung des Archäologischen Museums in Freiburg ist ganz unerwartet zum Publikumsrenner geworden. "Viele der Zitate, die wir haben, erklären angebliche Verhaltensunterschiede heute zwischen Männern und Frauen mit der angenommenen Rolle von beiden Geschlechtern in der Steinzeit. Also Zitate wie: 'Männer suchen bewegliche Beute, Frauen das Nützliche.' Oder: 'Am Grill findet der Mann zu seiner ureigensten Rolle als Jäger und Familienversorger zurück.' (...)


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Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 2. Mai 2015, 8.30 Uhr

"Madgermanes" von Birgit Weyhe
Weltenwanderin erhält ersten Deutschen Comicbuchpreis


Für "Madgermanes" wird Birgit Weyhe mit dem ersten Deutschen Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung ausgezeichnet. Darin erzählt die Zeichnerin die Geschichte mosambikanischer DDR-Vertragsarbeiter. Selbst in Afrika aufgewachsen, kennt sie sich mit Heimatlosigkeit aus. Gemeinsam mit anderen Illustratorinnen, einer Dokumentarfilmgruppe und einer freien Künstlerin arbeitet die Comic-Zeichnerin Birgit Weyhe in einem schlichten 50er Jahre Bürohaus in Hamburg-Altona. AS: "Ganz schön ordentlich sieht es aus bei dir." Birgit Weyhe: "Hab extra aufgeräumt (lacht), nee wobei das auch nicht stimmt, ich brauch tatsächlich 'n bisschen Ordnung um mich rum, weil das sowieso schon so viel is an Wust und ich gemerkt hab, wenn es zu unordentlich wird, dann wird es auch in meinem Kopf zu unordentlich." (...)


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SWR 2 Wissen, 24. April 2015, 8.30 bis 9.00 Uhr

"Die Panzer kamen vom Schwarzwald her"
Das Ende des Zweiten Weltkriegs auf der Schwäbischen Alb


Vor siebzig Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Mit dem Einmarsch alliierter Truppen in Deutschland brach das „Tausendjährige Reich“ zusammen. Auch auf der Schwäbischen Alb rollten Panzer über die Dorfstraßen. Zeitzeugen berichten vom Einmarsch der Franzosen, von der Zusammenarbeit mit den Alliierten und von der schwierigen und langwierigen Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen in der Provinz. Wie wichtig lokales Gedenken an nationalsozialistisches Unrecht ist, erläutern Archivare, Historikerinnen und Militärforscher.


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SWR 2 Musik, 8. April 2015, 20.03 bis 21.00 Uhr

"Young, gifted and black"
Billie Holiday


Jung, begabt und schwarz – und dann noch eine Frau. Das Leben der berühmten Jazz-Sängerin Billie Holiday (1915–1959) war eine Katastrophe. Doch lässt es sich nicht trennen von dem Land und von der Gesellschaft, in der sie gelebt hat. Vom allgegenwärtigen Rassismus in einem Amerika vor Martin Luther King jr. und der Bürgerrechtsbewegung. All das überlebt hat Billie Holidays Kunst: ihre Lieder über die Liebe und den Schmerz. Ihr politisches Vermächtnis "Strange Fruits". Ihre Jazz-Interpretationen mit den besten Musikern der Zeit. Zum 100. Geburtstag von Billie Holiday am 7. April 2015 erinnert Anette Selg an die Sängerin und ihre Musik.




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Deutschlandradio Kultur, Deutschlandrundfahrt, 29. März 2015, 11.05 bis 12.00 Uhr

Von Ost nach West und immer weiter
Die Berliner Brunnenstraße


Für den Künstler aus dem Osten war die Brunnenstraße, in der er vor dem Mauerfall lebte, "das Ende der Welt". Für den Rabbiner der jungen jüdischen Gemeinde ist sie das religiöse Zentrum der Gegend. Auch wenn die Berliner Mauer Geschichte ist, mit ihren Geisterbahnhöfen, Todesstreifen und Grenzsoldaten, und die Brunnenstraße nicht mehr von Ost nach West, sondern wieder von Süden nach Norden verläuft: Zweigeteilt ist die Straße noch immer. Hier der Stadtteil Mitte mit seinen aufwendig renovierten Altbauten, schicken Galerien und Cafés - dort das bröckelnde Westberliner Sanierungsgebiet aus den 70er- und 80er-Jahren, der Wedding. Wie lebt es sich in dieser Straße, die im Kleinen schon immer die Ereignisse der großen Stadt gespiegelt hat?


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MDR Figaro, 21. Januar 2015, 7.05 Uhr

Sachbuch der Woche – Interview
"Was ist das Bauhaus?"


Die Stiftung Bauhaus Dessau hat ein Buch herausgegeben, das Kindern die Idee des Bauhauses vermitteln soll. Seine kurzen Texte und farbigen Illustrationen sind leicht verständlich, kindgerecht und doch differenziert, findet MDR FIGARO-Kritikerin Anette Selg. Das im Leipziger Verlag E. A. Seemann erschienene Buch will vor allem Kindern das Bauhaus nahe bringen, mit vielen farbigen Illustrationen der Berliner Künstlerin Christine Rösch. In den Texten beantwortet Ingolf Kern, ehemaliger Pressesprecher der Stiftung Bauhaus Dessau, Kinderfragen zum Bauhaus, etwa: "Warum hat das Bauhaus so viele Fenster?", "Was war eigentlich eine Bauhaus-Werkstatt?" oder "Warum hat das Bauhaus-Gebäude so viele Eingänge?" (...)

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SWR 2 literaturEN, 30. Dezember 2014, ab 22 Uhr

Der Schriftsteller Pierre J. Mejlak
Zeitgenössische Literatur auf Maltesisch


Der Autor Pierre J. Mejlak schreibt seine Bücher auf Maltesisch. Vor kurzem ist er mit dem EU-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Das Ziel dieses Preises ist vor allem die Übersetzungsförderung. Und übersetzt zu werden ist von großer Bedeutung für einen Autor, dessen Sprache weltweit weniger als eine Million Menschen sprechen und verstehen. "Unsere Sprache bietet ein ziemlich genaues Abbild unserer Geschichte. Ich verwende dafür gern die Metapher eines Hauses. Die Besitzer wechseln immer wieder und jeder kommt ins Haus, stellt die Möbel um, verändert hier etwas, dort etwas. Sie alle hinterlassen ihre Spuren, und in diesen Spuren ist unsere Geschichte und die unserer Sprache sichtbar." (...)

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Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 24. Dezember 2014, 9 Uhr

Das Designer-Duo Arne & Carlos
Good ol' Norwegerpulli in modern


Es begann mit einem Label für exquisite norwegische Strickmuster, heute tourt das Designer-Duo Arne & Carlos durch die ganze Welt und bringt moderne Varianten des Norwegerstricks unter die Leute. Und besonders in der Weihnachtszeit boomt das Geschäft. In der Eingangshalle der nordischen Botschaften in Berlin-Tiergarten steht eine große Tanne, über und über behängt mit bunten Weihnachtskugeln, gestrickt im Norwegermuster. "Maybe we should start by introducing ourselves, this is Arne and I am Carlos." Arne und Carlos sind beide mittelgroß und um die fünfzig, tragen eine Brille und haben graumeliertes Haar. "Einmal hatten wir einen Kurs, und irgendwann entdeckten wir hinter uns eine große schwarze Tafel, auf der stand: Mr Arne, gelockte Haare; Mr Carlos, glatte Haare (...)

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Deutschlandradio Kultur, Lesart, 23. Dezember 2014, 10 Uhr

Comic "Irmina" von Barbara Yelin
Eine Frau auf der Suche nach Freiheit


Eine junge Frau geht nach England und trifft einen wunderbaren Freund: den dunkelhäutigen Howard aus Barbados. Dann kehrt sie nach Deutschland zurück und heiratet einen SS-Mann. Die Autorin Barbara Yelin zeichnet in dem Comic "Irmina" das widersprüchliche Leben einer Frau im Dritten Reich nach – ohne zu werten. "Ich hab' versucht, nicht so 'ne Schablonenhaftigkeit von Gut und Böse zu schaffen. Von diesen in Anführungsstrichen 'normalen' Deutschen, wie sie sich ja selbst im Buch mal bezeichnet, diesen Mitläufern beziehungsweise noch deutlicher Sympathisanten und eben Vorteilsnehmern. Ich glaube, dass man stark versucht ist, grade auch als Enkel oder Urenkel, sich für ein Gut oder Böse zu entscheiden. Und dass es eben beides gibt, ist irre schwer auszuhalten (...)

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Deutschlandfunk, Corso, 6. November 2014, 15 Uhr

Politik ist wieder aus den Bildern verschwunden
"First Egypt Comix Week" in Kairo


Die Graphic Novel „Metro“ von Magdy El Shafee, in der er wenige Jahre vor der Revolution ein schonungsloses Abbild des ägyptischen Alltags, der Korruption der Mächtigen schilderte, gilt als erster ägyptischer Comic für Erwachsene und ist noch immer ein verbotenes Buch. In diesen Herbsttagen findet in Kairo die „Erste Ägyptische Comic-Woche“ statt, organisiert vom dortigen Goethe-Institut, vom Institut Français und mehreren ägyptischen nicht-staatlichen Organisationen. An diesem Vormittag wird der Comic-Workshop im ägyptischen Museum abgehalten. Auf der großen Freifläche zwischen Tahrirplatz und Museum wird überall gebaut. Zur Zeit entsteht an diesem historischen Ort ein großes Parkhaus, erzählen die ägyptischen Zeichner.

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Deutschlandfunk, Lange Nacht, 11./12. Oktober 2014, ab 23 Uhr

"I get a kick out of you"
Eine Lange Nacht über Cole Porter


Cole Porters Lieder sind Kürzestgeschichten über die Liebe – über Hoffnung und Begehren, Sehnsucht und Verzicht. Viele seiner Songs sind Weltklassiker geworden, in den Interpretationen von Ella Fitzgerald oder Hildegard Knef, in den Arrangements von Louis Armstrong oder Charlie Parker. Am 15. Oktober 1964 ist Cole Porter in Kalifornien gestorben. Zu seinem fünfzigsten Todestag erinnert diese Lange Nacht drei Stunden lang an die Kunst und an das Leben dieses bedeutenden amerikanischen Komponisten.

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Deutschlandradio Kultur, Lesart, 16. Oktober 2014, 10 Uhr

Revolution und Resignation in Kairo
Interview


Zuletzt war ich im Herbst 2011 in Kairo, als die Euphorie über die Arabellion noch zu spüren, aber doch schon im Abklingen war. Jetzt war ich wieder in Kairo. Nach meiner Rückkehr habe ich der Sendung "Lesart" ein Interview über die aktuelle Situation in Ägypten gegeben. Während meines Aufenthalts habe ich mit Schriftstellern, Verlegern, Künstlern gesprochen und auch mit den jungen Comic-Zeichnerinnen und -Zeichnern, die an dem von Goethe-Institut und Institut Français initiierten Comic-Workshop teilgenommen haben (...)

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Deutschlandradio, Lesart, 6. Oktober 2014, 10 Uhr

Die Trüffelschweine der Buchbranche
Hella Faust, Literaturscout in Frankreich


Welcher amerikanische oder französische Roman in Deutschland zum Bestseller werden könnte, erfahren Verlage von Literaturscouts wie etwa Hella Faust. Bis zu 600 Originaltitel erscheinen jedes Jahr auf dem französischen Buchmarkt. Hella Faust muss sich einen Überblick verschaffen, muss Manuskripte sichten, prüfen, anlesen – um dann ihren Kunden, also ihren Verlagen, möglichst früh mitzuteilen, welches französische Buch auch im Ausland ein Erfolg werden könnte. "Unsere Arbeit besteht immer darin, auch zu erahnen, was wichtig sein könnte. Deshalb muss man auch vor Ort sein." (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 13. September 2014, 9 Uhr

Auf der Suche nach dem Unheimlichen
Der indische Comic-Autor Sarnath Banerjee


Die Graphic Novel "Corridor" machte ihn international bekannt. Seit drei Jahren lebt der indische Zeichner und Autor Sarnath Banerjee in Berlin – und versucht unter anderem, die Hauptstadt mit den Augen Christian Morgensterns zu sehen. ""Should I take my shoes off? Such a nice flat ..." Gerade hat der 42-Jährige seinen Sohn in die Kita ein paar Straßen weiter gebracht. Seine pakistanische Frau Bani Abidi ist ebenfalls bildende Künstlerin und bereitet zur Zeit eine Einzelausstellung in Süddeutschland vor. "Wir konnten nicht in Indien bleiben. Es geht nicht. Bani lebt dort wie im Gazastreifen. (...)

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Der Tagesspiegel, 31. August 2014

Zeichnerinnen-Magazin "Spring"
Achtung, jetzt kommt ein Karton!


Wunder gibt es immer wieder. Und vielleicht ist es sogar ein kleines Wunder, wenn das unabhängige Zeichnerinnen-Magazin „Spring“ nun schon im elften Jahr erscheint. Ein Atelierbesuch bei einer der Macherinnen. „Tatsächlich ist diese Schachtel wie ein Wunderkammer, die man betritt“, sagt die Berliner Illustratorin Nina Pagalies – eine der 15 Frauen, die an der aktuellen „Spring“-Ausgabe mitgewirkt haben. Der Fußboden ihres Neuköllner Arbeitszimmers ist übersät mit den ein Meter auf einen halben Meter großen Postern. „Man entfaltet dann diese Bildwelten und Geschichten und wundersamen Berichte. Es gibt musikalische Wunder, es gibt die religiösen, die poetischen und sogar erotische Wunder sind dabei.“ (...)

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Deutschlandradio, Länderreport, 19. August 2014

Schwäbisches Traditionsprodukt
"Über die Renaissance der "Alb-Linsen"


Linsen und Spätzle - das schwäbische Nationalgericht - war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts ein nahrhaftes Arme-Leute-Essen. In einer russischen Saatgutbank ist die Linsensorte wieder aufgetaucht und erlebt nun eine Renaissance. Sie ist eine unscheinbare Pflanze, die Linse. Mit kleinen fiedrigen Blättern und weiß-violetten Blüten. Und in die Höhe wächst die Linse nur, wenn sie sich an einer Stützfrucht – meist Hafer oder Gerste – empor ranken kann. "Das ist aber sehr schwierig, die Pflanze in der Natur draußen zu erkennen. Der Acker sieht aus wie ein Getreideacker mit viel Unkraut unten drin. Aber das Unkraut sind doch meistens die Linsen dann, und die werden gar nicht von den Leuten gesehen." (...)

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Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 9. August 2014

Tove Jansson
Die Mutter der Mumins


In einem verwunschenen Tal leben die freundlichen und verträumten Mumins. Ihre Erfinderin ist die Schriftstellerin und Zeichnerin Tove Jansson. Am 9. August 1914 wurde sie in Helsinki geboren. Ihre Mumin-Geschichten gehören zu den Klassikern der Kinderliteratur. "Die Welt der Kinder ist eine Landschaft in leuchtenden Farben, in der Sicherheit und Katastrophe Nachbarn und aufeinander angewiesen sind. In dieser Welt ist Raum für alles. Und alles ist möglich: Irrationales mischt sich mit klarster Logik; und auch etwas vom Surrealen des Traumes ist da." (...)

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Deutschlandradio, Studio 9, Reportage, 26. Juli 2014

Mit einem Oldtimer um die Welt
Die Berlinerin Heidi Hetzer kurz vor dem Start


Die Berliner Rallyefahrerin Heidi Hetzer geht im Oldtimer auf Weltreise. Jede Menge Ersatzteile und Werkzeug und einen Beifahrer im Enkel-Alter nimmt sie mit. Sie will ein Vorbild für andere Seniorinnen und Senioren sein. Und endlich mal frei! Noch trägt Heidi Hetzer keinen Reiseoverall, sondern ein auf Taille geschnittenes Sommerkleid. In ihrem Büro steht neben dem Schuhvertreter die Schneiderin und präsentiert Stoffproben in unterschiedlichen Brauntönen. Heidi Hetzer: "Wir wollten doch den dünnen nehmen." Schneiderin: "Wir nehmen den hier für Sie. Und für Ihren jungen Mann – ja – vielleicht den hier." Heidi Hetzer: "So was, ja. Nee, nee. Dass wir die nich verwechseln." (...)

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Deutschlandfunk, Corso, 16. Mai 2014, 15 Uhr

Ein Buch über 26 Buchstaben
Neoangin - das musikalische ABC


Der Berliner Künstler Jim Avignon hat in seinem Buch "Neoangin - Das musikalische ABC" jedem Buchstaben ein Lied gewidmet. Gemeinsam mit der Green-Box-Verlegerin Anja Lutz sind 26 kleine Kunstwerke aus Musiknoten, Illustrationen und Typografien entstanden. Anja Lutz: "Na, Typo. Als Buchgestalterin ist das natürlich sowieso mein Werkzeug. Ich liebe das total, auch mit den Buchprojekten typografisch zu arbeiten. Also Schriften auch zu recherchieren. Wie, wo werden welche Schriften angewandt? Das dann auch zu untergraben, zu manipulieren. Denn jeder, und das finde ich an Schrift sehr interessant, jeder reagiert auf Schrift. Das ist ganz intuitiv. Man schätzt was ein als etwas altmodisch oder total modern, trendy. Darauf reagiert jeder. (...)

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SWR 2, Feature am Sonntag, 5. Mai 2014, 14.05 Uhr

Kiss me Cole
Cole Porter zwischen Micky Maus
und einer Sinfonie von Strauss


Vor 50 Jahren ist der Komponist und Lieddichter Cole Porter in Kalifornien gestorben. Seine Musik aber bleibt: in den legendären Aufnahmen von Ella Fitzgerald oder Hildegard Knef. Im Soundtrack von über fünfzehn Woody-Allen-Filmen. Auf den Musical-Bühnen in Wien, Berlin oder New York. Wer war dieser Mann, dessen Melodien unaufhörlich zwischen Dur und Moll pendeln? Dessen Liedtexte an der Oberfläche schlau und lustig sind, darunter aber von herzerweichender Schwermut und Melancholie. Regisseure, Sängerinnen, Legenden und Liebhaber erzählen von ihren Erlebnissen mit Cole Porter und seiner Musik.

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 30. April 2014


Die finnische Zeichnerin Hanneriina Moisseinen und ihr Comic "ISÄ" (Vater)


Das finnische Nationalmuseum in Helsinki sieht aus wie eine Mischung aus Trutzburg und Kirche, mit vielen Türmen und in dunkelgrauem Stein. Hanneriina Moisseinen geht voran in die Abteilung mit Volkskunst aus Karelien. In ihrem Comic finden sich viele seitenfüllende Bleistiftzeichnungen, von karelischen Wäldern und Seen und auch von der Insel, auf der ihr Vater das letzte Mal gesehen wurde. "Durch das Zeichnen habe ich mich langsam wieder an ihn erinnert. Zuerst an seine Arme, dann an die Farbe seiner Haut. Das war so wichtig für mich. Und irgendwann hab ich verstanden, dass er wirklich einmal eine reale Person war – und nicht nur ein Geist." (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 27. März 2014

Afrikanischer Alltag von Marguerite Abouet
Ivorische Autorin der "Aya"-Comics


Marguerite Abouet schildert in ihren Comics die afrikanische Normalität - jenseits von Kriegen, Krankheit und Elend. Ihre in 12 Sprachen übersetzten "Aya"-Comics haben sich über 300 000 Mal verkauft. Nun erscheint die deutschsprachige Übersetzung im Berliner Verlag Reprodukt. Marguerite Abouet kocht Kaffee, in der Küche ihres Hauses im Pariser Osten. Sie lacht viel beim Reden und unterstreicht ihre Geschichten mit lebhaften Gesten. Geboren ist die Comic-Autorin an der Elfenbeinküste, als junges Mädchen kommt sie nach Paris. "Damals war ich 16, eigentlich selbst noch ein Kind. Nach der Schule kümmerte ich mich um die Drillinge Edouard, Antoine und Pauline, die damals gerade sechs Monate alt waren. Aber ich hatte mein eigenes Zimmer unter dem Dach. Ein alter Fernseher stand darin, der dann irgendwann, mitten in der Nacht, explodiert ist." (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 18. März 2014

Vom Straßenkünstler zum Kunstprofessor
Der Berliner Zeichner Georg Barber alias ATAK


Georg Barber hat schon als Kind Comics gezeichnet. Während seiner Zeit bei der DDR-Armee wurde das Zeichnen überlebensnotwendig für ihn. Heute werden seine Bilder in Ausstellungen quer durch Europa gezeigt. Als Professor für Illustration unterrichtet er zudem an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein bei Halle. Im Arbeitszimmer des Berliner Künstlers steht ein großer vollgekleckster Holztisch, dahinter Regalmeter mit Kunstbänden, Büchern und Platten. "Na ja, ich hab' ja das Psyeudonym ATAK und ich hatte 'ne Punkband, die hieß ATAK, damals in den 80ern, so "Einstürzende Neubauten"-mäßig. Und in der Wende war ich ja dann, Ostberlin, weiß man ja, die grauen Wände, hat man angefangen, Schablonen, stencils, das hieß damals noch nicht "street art", zu sprühen. Und da konnt' ich ja schlecht mit Georg Barber, wohnhaft Schumannstraße. Und hab dann auf einmal gedacht, ich hab ja den Namen von der Band noch" (...)

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taz, 10. März 2014

Rückkehr der Leguminosen:
Die Alb-Leisa


Was wäre die Schwäbische Alb ohne Spätzle mit Linsen? Doch die alte Kulturpflanze schien schon ausgestorben. Eine russische Sortenbank und der Kleinbauer Woldemar Mammel aus Lauterach haben sie gerettet und wiederbelebt "Die Linse ist eine unscheinbare Pflanze mit kleinen fiedrigen Blättern und weißvioletten Blüten. In die Höhe wächst sie nur, wenn sie an einer Stützfrucht wie Hafer oder Gerste emporranken kann. Deshalb sieht der Linsenacker auch wie ein Getreidefeld aus mit viel Unkraut drin. Das Unkraut sind die Linsen. (...)"


Eine Langfassung dieses Textes erscheint im Frühjahrsheft 2014 des Umweltmagazins Zeo2.


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Deutschlandfunk, Corso, 11. Februar 2014, 15 Uhr

Mein Klassiker:
ATAK UND DIE BEASTIE BOYS


Der Berliner Zeichner, Buchillustrator und Kunstprofessor Georg Barber alias ATAK hört bei der Arbeit gerne Musik. Und sein Klassiker sind: die Beastie Boys. "Ich kann mich erinnern, dass ich mal geträumt habe. Dann saß ich mit zwei Beastie Boys in so einem Café und dachte im Traum: Also, das ist jetzt nicht echt, das ist nicht echt! Und dann kam plötzlich – was ja manchmal so abends, wenn man im Café sitzt –, dann kamen auf einmal diese Fotografen. Und ich weiß, wie ich im Traum überlegt habe: Lass ich jetzt mich fotografieren mit MC A, und habe das dann als so ein Polaroid für immer, für die Ewigkeit? Und dann dachte ich, es ist aber eigentlich uncool. Man macht sich dann so zu einem Fan-Nerd und hatte ja gerade so eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut (...)"

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Deutschlandfunk, Corso, 30. Januar 2014

Finnische Comics zum kennenlernen

Die Finnen lieben Comics und haben eine vielseitige, aber über die Landesgrenzen hinaus weitgehend unbekannte Szene. Kalle Hakkola vom Comic Center in Helsinki hat mit einem Hamburger Kollegen den "Comic Atlas Finnland" auf Deutsch herausgegeben. Darin werden zwölf finnische Zeichner ausführlich vorgestellt. Wer kennt eigentlich finnische Comics? Außer vielleicht die Mumins, diese nilpferdähnlichen Wesen, die in Wäldern leben und von der finnlandschwedischen Zeichnerin und Schriftstellerin Tove Jansson vor bald 60 Jahren erfunden wurden. Ein Ort bietet sich in Helsinki besonders an, um mehr über aktuelle finnische Comics zu erfahren. "Wir betreiben das Comics Center in Helsinki. Darin befinden sich eine Galerie, zwei Räume für Comic-Workshops, die wir abhalten, aber auch ein kleines Café und eine Comic-Buchhandlung." (...)

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Deutschlandfunk, Corso, 20. Januar 2014, 15 Uhr

CORSO-GESPRÄCH MIT NICOLAS MAHLER

Seinen eigenen Stil zu entwickeln - das hat gedauert, sagt Nicolas Mahler im Gespräch mit Anette Selg. Bereits drei Mal bekam er den Max-und-Moritz-Preis als "Bester deutschsprachiger Comic-Künstler" und nun erscheint sein neuester Streich. Der Österreicher hat sich Thomas Bernhards Theaterstück "Der Weltverbesserer" vorgenommen. Nicolas Mahler: Na, das war einfach eine Lust. Ich hab mir gedacht, der Text ist gut. Entspricht so von den Charakteren auch sehr meiner Auffassung vom Comic, vom Humor. Das ist ein Mann in seinem hohen Sessel und eine Frau. Und der Rest ist eigentlich nur Bernhard (...)

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NDR Kultur, Kulturforum, 3. Dezember 2013, 20 Uhr

MY HAND, MY FRIEND, ALOHA
GEORG DIBBERN - WELTENSEGLER, WELTENBÜRGER


Er war dann mal weg … 1930 verließ der gescheiterte Landwirt, Hundezüchter, Autoverkäufer und Bootsbauer Georg Dibbern seine Frau und seine drei Töchter, um in bessere Verhältnisse zu segeln. Sein Reiseziel war Neuseeland. Die Familie sollte später nachkommen. Doch es gab kein Wiedersehen. Dibbern entdeckte die Freiheit der Meere – und entdeckte sich selbst als Freiheitsbotschafter. Er bastelte sich einen Weltbürgerpass und eine eigene Schiffsflagge und tourte als Globalisierungs-Idealist zwischen Australien und Amerika, schrieb Bücher, liebte Frauen und fand in Henry Miller einen Freund und Fürsprecher. (Produktion SWR 2012)

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Zur Webseite von Erika Grundmann, Dibberns kanadischer Biografin und Verlegerin: www.georgedibbern.com






Deutschlandfunk, Corso, 19. November 2013, 15.00 Uhr

NEUE KOCH-COMICS AUS FRANKREICH

Gleich zwei Comics übers Kochen erschienen in diesem Herbst in deutschen Verlagen. Der Hobby-Koch Guillaume Long versammelt in "Kann denn Kochen Sünde sein" seine Lieblingsrezepte übers Essen und Trinken. Der Comic "In der Küche mit Alain Passard" gewährt Einblick in die gastronomische Hochkultur Frankreichs. Der von Christophe Blain porträtierte Meisterkoch Alain Passard widmet sich in seinem Pariser Restaurant "L’Arpège" vor allem der vegetarischen Küche. Sein Credo: "Ich möchte aus jedem Gemüse einen großen Wein machen".

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SWR 2, Tandem, 16. Oktober 2013, 10.05 Uhr

HÄTT' ICH ZWEI LINKE HÄNDE

Wir leben in einer Welt für Rechtshänder. Messer, Scheren und unzählige Maschinen können von Linkshändern nur mit Mühe oder gar nicht benutzt werden. Eine Umschulung auf die rechte Hand aber ist ein massiver Eingriff ins Gehirn, denn Händigkeit ist angeboren und kann nicht verändert werden. "Hätt' ich zwei linke Hände, hätt' ich zwei ganz tolle", sagt Gregor Sander von sich selbst. Er ist Linkshänder und wurde als Kind auf die rechte Hand umgeschult. Erst als Erwachsener erlernt er mit Hilfe einer Ergotherapeutin den Gebrauch seiner linken Hand.

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SWR 2, Feature am Sonntag, 29. September 2013, 14.05 Uhr

DIDEROT? EINE SPURENSUCHe ZUM 300. GEBURTSTAG

30 Jahre lang hat der Schriftsteller und Philosoph Diderot in einem Dachzimmer in der Pariser Rue Taranne gearbeitet. Das Haus ist verschwunden, nicht einmal die Straße gibt es noch. Bezeichnend für das Schicksal des Aufklärers Denis Diderot (1713 – 1784), der lange hinter den berühmteren Schriftstellern der Bewegung, Voltaire und Rousseau, verschwand. Im Oktober feiern wir den 300. Geburtstag des Schriftstellers. Nur was und wen feiern wir eigentlich und wer liest heute überhaupt noch Diderot?

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Sonderband in der Anderen Bibliothek, September 2013

DIDEROTS ENZYKLOPÄDIE
MIT KUPFERSTICHEN AUS DEN TAFELBÄNDEN

HERAUSGEGEBEN VON ANETTE SELG & RAINER WIELAND


diderots-abbildungVor zwölf Jahren haben Rainer Wieland und ich die „Welt der Encyclopédie“ ediert, mit vielen erstmals übersetzten Artikeln aus Diderots und d’Alemberts „Grande Encyclopédie“ (erschienen von 1751 bis 1772). Das Buch ist mittlerweile vergriffen. Zum 300. Geburtstag von Denis Diderot im Oktober 2013 verlegt die Andere Bibliothek jetzt noch einmal eine Auswahl unserer Encyclopédie-Artikel – dieses Mal zusammen mit den zweihundert schönsten und skurrilsten Kupferstichen aus den Tafelbänden der „Encyclopédie“. Im September erscheint der Prachtband, der auch noch einen Essay von Selg & Wieland zu Diderot und seinem „Mammutwerk“ enthält. Wir freuen uns!

zu DIDEROTS ENZYKLOPÄDIE bei der Anderen Bibliothek





Deutschlandradio Kultur, Profil, 8. August 2013

DIESER AFRIKANISCHE HERZSCHLAG
EIN PORTRÄT DER DESIGNERIN JACQUELINE SHAW


Hungersnöte, Kriege und Diktaturen bestimmen unser Bild von Afrika - dabei gibt es in vielen afrikanischen Ländern eine aufstrebende Mittelschicht, zu der auch Designer und Modemacher gehören. Diese will Jacqueline Shaw mit ihrer Plattform "Africa Fashion Guide" gezielt unterstützen. Das "Soboye" ist ein Geschäft für handgearbeitete afrikanische Mode im Ostlondoner Stadtteil Shoreditch. An diesem Sommermorgen interviewt Jacqueline Shaw den Ladeninhaber für die Webseite ihres "Africa Fashion Guide". Die Mittdreißigerin trägt eine schwarze Hose und ein ausgewaschenes olivgrünes T-Shirt, die schwarzen Haare hat sie am Hinterkopf festgesteckt. „Ich liebe Afrika, der Gedanke der Nachhaltigkeit hat mich immer sehr interessiert und ich liebe Mode. Diese Dinge wollte ich auf wirkungsvolle Weise zusammenbringen.“ (...)

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SWR 2 Wissen, Feature, 4. Juni 2013, 8.30 Uhr

DIE GUTEN INS TÖPFCHEN ... – DIE RENAISSANCE DER "ALB-LINSEN"

Linsen und Spätzle – das schwäbische Nationalgericht – war ein nahrhaftes "Arme-Leute-Essen", vorwiegend im Winter. Doch der niedrige Ertrag und der hohe Arbeitsaufwand machten dem Linsenanbau in den 50er Jahren den Garaus. Ein halbes Jahrhundert später wurden, in einer Saatgutbank in St. Petersburg, Original-Alb-Linsen wieder entdeckt. Schwäbische Bio-Bauern bekamen ein paar hundert ausgehändigt, die sie unter viel Mühe vermehrten. "Ich hab 2000 unseren Betrieb umgestellt auf ökologischen Landbau, und vier Jahre später hab ich gehört von Familie Mammel, Linsen" erzählt die Linsenanbauerin Rose Weber. "Des kenntscht doch mol probiere. Gut, des hemmer dann 2004 probiert, ging natürlich voll glei in die Hose. Wir habens mit Hafer anbaut auf’m Grundstück, wo früher Wiese war. Und ich kann mich noch gut entsinnen, wo wir das übern Mähdrescher haben laufen lassen, der Fahrer hat immer gsagt, guck, jetzt kommt wieder oine (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 9. April 2013

MIT DER GITARRE DURCH EUROPA
DER ENGLISCHE MUSIKER THOS HENLEY IM PORTRÄT


Thos Henley, in einem kleinen Dorf in der Nähe von Southampton geboren, verließ nach seinem Regie-Studium England vor vier Jahren - und reist seitdem mit seiner Gitarre durch den Kontinent. Nun erscheint die Debüt-CD des 25-Jährigen - mit elf selbst komponierten Songs. Noch eine Stunde bis zum Konzert. Der 25-Jährige Thos Henley sitzt jetzt mit verknoteten Beinen auf dem Fußboden hinter der Bühne. Er hat ein freundliches rundes Gesicht, und die blonden Haare stecken unter einer schwarzen Wollmütze. "Aufgewachsen bin ich mit Genesis, David Bowie und Pink Floyd. Und dann hab ich irgendwann erkannt, dass die Beatles die einzige Band sind, die man wirklich hören muss, und ich bin der Popmusik verfallen. Ich wollte Paul McCartney sein. Paul ist mein Mann. Absolut." (...)

Manuskript und Tonbeitrag





Deutschlandradio Kultur, Profil, 5. März 2013

ILLUSTRIERTE VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG
DIE LIBANESISCHE ZEICHNERIN ZEINA ABIRACHED


Die Comic-Szene im Libanon steckt noch in den Kinderschuhen. Die libanesische Comic-Zeichnerin Zeina Abirached lebt daher seit vielen Jahren in Paris. Ihr Comic "Das Spiel der Schwalben", der jetzt auf Deutsch erscheint, erzählt von ihrer Kindheit mitten im libanesischen Bürgerkrieg. Zeina Abirached sitzt auf dem Sofa in ihrer Pariser Wohnung, in der Nähe des Canal St-Martin im 11. Arrondissement. Sie gießt Tee ein, geht dann noch einmal in die Küche, um Zucker zu holen. "Als ich meine erste Geschichte aufschreiben wollte, wusste ich nicht, ob ich zeichnen konnte. Ich verspürte nur dieses dringende Bedürfnis, eine Geschichte zu erzählen. Und es war mir sehr schnell klar, dass ich sie mit Worten und Bildern erzählen musste, und im Gegenzug hab ich mich von allem verabschiedet, was nicht unerlässlich für die Erzählung war. Und die Farben sind ziemlich schnell über Bord gegangen." (...)

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Deutschlandradio Kultur, Literatur-Feature, 5. März 2013, 19.30 Uhr

KRACH! BUMM! ALLTAG!
DEUTSCHSPRACHIGE COMICS UND DIE KUNST DER REPORTAGE


In anderen Ländern ist die harte Realität bereits im Comic angekommen. Der amerikanische Zeichner Joe Sacco zum Beispiel begleitet in Comic-Reportagen wie "Bosnien" oder "Gaza" das politische Weltgeschehen, während der Franzose Emmanuel Guibert mit scharfem Strich die unerträglichen Lebensbedingungen der Roma in Europa dokumentiert. Seit Kurzem finden solche Doku-Comics auch in Deutschland immer mehr Leser - und eigene Autoren und Illustratoren. Der Bochumer Journalist David Schraven macht den Krieg in Afghanistan zum Thema und erzählt in "Kriegszeiten" vom alltäglichen Wahnsinn am Hindukusch. Paula Bulling hat viel Zeit in deutschen Flüchtlingsheimen verbracht und ihre Eindrücke in der gezeichneten Reportage "Im Land der Frühaufsteher" verarbeitet. Inwieweit können Comics die Wirklichkeit abbilden? Und wie subjektiv, wie literarisch darf ihr Blick sein? Zeichner, Verleger und Buchhändler erzählen von einem Genre, das sich erst im Aufbruch befindet (...)

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Neue Zürcher Zeitung, 28. Februar 2013

LEST, WAS WIR LIEBEN
DER BERLINER BINOOKI-VERLAG VERLEGT TÜRKISCHE LITERATUR AUF DEUTSCH


Noch kein Jahr ist der Binooki-Verlag alt und schon steht eine Ehrung in Gestalt des Kurt-Wolff-Förderpreises ins Haus. Hinter dem Unternehmen stehen zwei Schwestern – und eine Kiste voll türkischer Bücher, die vor rund fünfzig Jahren den Weg nach Deutschland fand. Dostojewski, Oguz Atay und Nietzsche liest der fünfjährige Held im Roman "Söhne und siechende Seelen" von Alper Caniguz. Die Schule verabscheut der frühreife Junge und erwachsen werden will er auch nicht: weil das Leben doch nur schlimmer wird und weil er die wirklich wichtigen Bücher auch zu Hause lesen kann, unter dem Diwan in seinem Zimmer (...)

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SWR2, Feature am Sonntag, 3. Februar 2013, 14.05 Uhr

MY HAND, MY FRIEND, ALOHA
GEORG DIBBERN - WELTENSEGLER, WELTENBÜRGER


Er war dann mal weg … 1930 verließ der gescheiterte Landwirt, Hundezüchter, Autoverkäufer und Bootsbauer Georg Dibbern seine Frau und seine drei Töchter, um in bessere Verhältnisse zu segeln. Sein Reiseziel war Neuseeland. Die Familie sollte später nachkommen. Doch es gab kein Wiedersehen. Dibbern entdeckte die Freiheit der Meere – und entdeckte sich selbst als Freiheitsbotschafter. Er bastelte sich einen Weltbürgerpass und eine eigene Schiffsflagge und tourte als Globalisierungs-Idealist zwischen Australien und Amerika, schrieb Bücher, liebte Frauen und fand in Henry Miller einen Freund und Fürsprecher (...)

Zur Webseite von Erika Grundmann, Dibberns kanadischer Biografin und Verlegerin: www.georgedibbern.com

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 2. Januar 2013

ZU BESUCH BEI DER FRAU, DIE IHR SCHWEIN LIEBT
DIE FOTOGRAFIN IRINA RUPPERT FINDET IHRE BILDER IN OSTEUROPA


Eigentlich ist immer alles Verarbeitung der eigenen Lebensgeschichte, sagt die Hamburger Fotografin Irina Ruppert über ihre Bilder. Als Achtjährige kam sie mit ihren Eltern aus Kasachstan über Moldawien nach Deutschland. Für ihre Fotoreportagen reist sie meistens wieder heimwärts - also ostwärts, etwa zu den Corturaren nach Siebenbürgen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie so traditionell sind. Die Frauen haben sehr lange, rote, mit Blumen behaftete Röcke, die plissiert sind, und es ist alles sehr rot. Also Rot ist ihre Farbe. Und die Männer tragen 'ne schwarze Hose und 'n weißes Hemd und nen schwarzen Hut, 'nen riesengroßen Hut - und wenn man in die Straße kommt, hat man ein Bild wie aus einem Märchen." Die Hamburger Fotografin Irina Ruppert sitzt im lichtdurchfluteten Pfarrhaus in rumänischen Pretai. Einem Dorf, das vor über 700 Jahren von deutschen Einwanderern, den Siebenbürger Sachsen, gegründet wurde. Zu ihren Füßen liegt Pepe, ein kleiner hellbrauner Hund, der ihr auf der Dorfstraße zugelaufen ist (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 8. November 2012

MINIDRAMEN VON MÜTTERN UND MUTANTEN
DIE COMIC-ZEICHNERIN UND KÜNSTLERIN ANKE FEUCHTENBERGER


Anke Feuchtenberger ist Comiczeichnerin, Professorin für Illustration in Hamburg und Verlegerin - und seit 20 Jahren eine maßgebliche Größe in der deutschen Comic-Landschaft. Anfang der 90er-Jahre wurde sie bekannt mit ihren sehr reduzierten Text-Bild-Erzählungen, in denen einsame, oft nackte Figuren existenzielle Minidramen durchlebten. Es regnet in Strömen an diesem Herbsttag in Vorpommern. Seit einigen Jahren lebt die Comiczeichnerin Anke Feuchtenberger nicht mehr nur in Hamburg, sondern auch hier in Quilow - in der alten Dorfschule aus rotem Backstein. Gemeinsam mit ihrem Mann Stefano Ricci, auch er ein international bekannter Comic-Künstler, und zwei großen, silberbraunen Hündinnen. "Also farbige Originale hab ich leider überhaupt nicht da. Ada, nimm die Nase weg!" (...)

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WDR Resonanzen, 22. August 2012

„Mach’s selbst“

Die Kulturwissenschaftlerin und Missy-Magazine-Herausgeberin Sonja Eismann und ihr DIY-Buch. Sonja Eismann / Chris Köver: „Mach's selbst. Do it yourself für Mädchen“ (Beltz 2012) Schmink- oder Abnehmtipps finden sich keine auf den 160 Seiten, dafür aber viel schönere Sachen zum Selbermachen, zum Beispiel: Wie lege ich einen Gemüsegarten an, wie flicke ich mein Fahrrad, wie gründe ich eine Band, wie geht das mit der Bohrmaschine? Die Autorinnen, die in Berlin das feministische „Missy Magazine“ herausgeben, wenden sich mit ihrem Buch an Mädchen ab 14 Jahren und wollen sie dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden, statt immer nur über die eigenen Außenwirkung zu grübeln oder zuzuschauen, wie wieder einmal Jungs auf der Bühne abrocken. (...)

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Missy Magazine, Heft 3/12, August 2012

„Und dann war ich entflammt“

Die Berliner Zeichnerin Paula Bulling und ihr Comic „Im Land der Frühaufsteher“ (Reprodukt, 2012). Über mehrere Jahre hinweg hat Paula Bulling in deutschen Asylbewerberheimen recherchiert. Aus den Geschichten der Menschen dort hat sie eine so behutsame wie aufrüttelnde Comic-Reportage gemacht. "Willkommen im Land der Frühaufsteher" – mit diesem absurden Slogan begrüßt das Land Sachsen-Anhalt seit einigen Jahren an den Autobahnen all diejenigen, die die Landesgrenzen überqueren. Und in Sachsen-Anhalt, genauer auf Burg Giebichenstein in Halle, hat Paula Bulling in den vergangenen fünf Jahren studiert. "Ich wollte ursprünglich Keramikerin werden, und Burg Giebichenstein ist die einzige Kunsthochschule in Deutschland, an der man das studieren kann." Zum Comic gekommen ist Bulling erst, als der Berliner Comic-Künstler und Grafiker ATAK die Illustrationsprofessur an der Burg übernahm. "Geh doch mal hin, der ist cool", meinte ein Freund damals zu ihr. Und so ging es los mit ihr und den Comics. (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 12. Juli 2012

Schwarzwäldler und Weltbürger.
Der Dichter und Essayist José Oliver


Jeden Sommer kommen mehrere Tausend Besucher zum "Leselenz" nach Hausach im Schwarzwald. Ins Leben gerufen wurden diese Literaturtage von dem Schriftsteller José Oliver - einem Sohn spanischer Gastarbeiter, der sich um eine Symbiose verschiedener Kulturen bemüht. "Also mr saged Tschosé, de Tschosé, des war früher nur de Tschosé. De Leselenz gibt's seit 15 Jahre und er selber hat ja scho als Schüler Sache gschriebe, sich für Gedichte eingsetzt. Eine Berühmtheit in Hausach und weiter natürlich über die Grenze, klar." (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 3. Juli 2012

Kolorierte Kinderwelt.
Die Kinderbuchillustratorin und –autorin
Nadia Budde


Bekannt ist die Berliner Illustratorin Nadia Budde vor allem für ihre Kinderbücher: "Eins, zwei, drei, Tier", "Kurz nach sechs kommt die Echs" oder auch "Trauriger Tiger toastet Tomaten", die alle wichtigen Kinderliteratur-Preise erhalten, sich seit Jahren gut verkaufen und – eher unüblich für deutsche Kinderbücher – auch in alle möglichen Sprachen übersetzt werden. "Unperfekt" nennt die Illustratorin ihre flächigen, mit dickem schwarzem Stift gezeichneten Figuren, und dass sie ihnen deshalb immer noch ein paar Wörter mit auf die Seite gibt. "Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich eine Figur hab, die möglichst noch 'nen Geschichtsausdruck hat, der alles sagt, und dann noch ein Wort dazu. Das is mir am liebsten, also so kurz und knapp wie möglich. Aber das is schwierig auch, das dauert auch ne ganze Zeit, bis ich zufrieden bin mit nem Ausdruck oder ner Situation." (...)

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Neue Zürcher Zeitung, 23. Mai 2012

Aufklärung mit dem Zeichenstift

Gestern zensiert, heute berühmt – der ägyptische Comic-Zeichner Magdy El Shafee Dass Comics in Ägypten auch zu einem Medium für Erwachsene geworden sind, verdankt sich nicht zuletzt dem Zeichner Magdy El Shafee. In einem Land mit nach wie vor hoher Analphabetenrate können die Bildergeschichten auch zur politischen Bewusstseinsbildung beitragen. Magdy El Shafee ist Comic-Zeichner – und in Kairo eine Berühmtheit. An diesem Frühlingsabend sitzt der dunkelhaarige Ägypter mit Freunden im Café der Townhouse Gallery in der Nähe des Tahrir-Platzes. Vor der bröckelnden Gründerzeitvilla, in der sich ein Kulturzentrum mit Galerie befindet, stehen weisse Plasticstühle und -tische. «Ich bin keiner von diesen grossen Künstlern. Ich will auch gar keiner sein», sagt El Shafee und nimmt einen Schluck von seinem Bier. «Nicht so wie zum Beispiel Picasso, dabei mag ich Picasso . . . und Modigliani ganz besonders. Aber ich liebe Comics, ich liebe dieses Genre, und ich bin davon überzeugt, dass es etwas ganz Besonderes ist.» (...)

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Mare, April 2012

Törn nach Utopia

1930 geht der Deutsche George Dibbern auf die Fahrt seines Lebens. An Bord eines Segelschiffs findet er sein ideales Weltbild, an Land einen großen Fürsprecher: den Schriftsteller Henry Miller. Somes Island im Hafen von Wellington im Juni 1945. Seit vier Jahren ist der Weltensegler George Dibbern in Neuseeland interniert - als feindlicher Deutscher, als mutmaßlicher "Nazispion". Der Tagesablauf ist streng geregelt, Besuch gibt es nur einmal die Woche für eine Stunde. Es sind die Briefe von Freunden aus aller Welt, die den drahtigen, braun gebrannten Mann am Leben halten. (...)

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Deutschlandradio Kultur, Literatur-Feature, 20. März 2012

BullerbÜ wird elektrifiziert. KinderbÜcher zwischen bÜrgerlicher Tradition und digitaler Zukunft

Es herrscht Aufbruchstimmung auf dem Kinderbuchmarkt: Im deutschsprachigen Raum werden ständig neue Verlage gegründet und zukunftsgerechte Formate entwickelt. Heute gibt es Kinderbücher, die auf Knopfdruck leuchten, blinken oder digital zwitschern. Doch während "Grimms Märchen" in SMS-Länge radikal zum Download freigegeben werden, dekorieren die kleinen, feinen Buchläden in den arrivierten Wohnvierteln der großen Städte ihre Schaufenster mit liebevoll gemachten Reprints der Kinderbuchliteratur, Familienliederbüchern, Klassikern und altmodisch ausgestatteten Fabelsammlungen. Gesunde Mischkalkulation oder Lesestoff für ein neues Bürgertum? Verleger, Autoren und junge Leser werfen einen Blick in die kunterbunte Zukunft des Kinderbuchs. (...)

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Deutschlandradio Kultur, Zeitreisen-Feature, 1. Februar 2012

Der Tag des Zorns. Die ägyptische Revolution im Spiegelbild des Comics.

Mit dem "Tag des Zorns" fing vor knapp über einem Jahr alles an: Ägyptische Demonstranten rannten Sturm gegen das autoritäre Regime von Hosni Mubarak. Begleitet wurden diese Proteste von Anfang an durch Comiczeichner wie Magdy El Shafee und Walid Taher. Ihre Zeichnungen erschienen in Tageszeitungen und haben heute Kultstatus. Doch wie kann ein derart überwältigendes Geschehen in einem Comic eingefangen werden? Und welche politischen und auch persönlichen Ausblicke finden sich in den entstandenen Geschichten? "Revolutions Comics" hieß ein Workshop im Goethe-Institut in Kairo. Ägyptische Zeichnerinnen und Zeichner trafen sich mit der Berliner Künstlerin Barbara Yelin, um mit ihren Comic-Geschichten zu zeigen: Die Bilder, Plakate und Comics, die seit 2011 im Rahmen der Revolution erschienen sind, geben den Ereignissen ein ganz eigenes Gesicht. (...)

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Neue Zürcher Zeitung, 15. Dezember 2011

Ein Hort der freien Geister.

Der Kairoer Merit-Verlag wurde unter Mohamed Hashem zu einem Treibhaus des intellektuellen und politischen Widerstands «Was für ein Luxus, als Kind überhaupt lesen zu dürfen!» Mohamed Hashem sitzt hinter seinem Schreibtisch im Kairoer Merit-Verlag und lacht. Der Verleger ist Mitte fünfzig, ein freundlicher Mann mit dunklen, zerzausten Haaren. «Hans Christian Andersen», sagt er dann, und dass er sich noch heute an die Namen aller Aufseher in der Schulbibliothek erinnere. Später kam die Begeisterung für die Politik dazu. «Wann immer ich mich mit Freunden traf, lasen wir anspruchsvolle Literatur. Engels, Marx, Adam Smith oder Trotzki», erzählt Hashem. «Sehr kompliziert im Vergleich zu dem, was tatsächlich auf den Strassen passierte.» Der ägyptische Staat reagierte mit aller Härte. Mohamed Hashem war gerade 20, als er zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Die Anklage lautete auf staatsgefährdende kommunistische Umtriebe. Zu seinen linken Überzeugungen steht er: «Das ist für mich der Weg zu sozialer Gerechtigkeit.» Doch sei die Freiheit das Allerwichtigste, sagt der Verleger mit Nachdruck. «Zuerst einmal müssen wir frei sein, danach können wir über alles andere reden.» (...)

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Deutschlandradio Kultur, Profil, 21. April 2011

KUNST IM TRANSIT
DIE MAROKKANISCHE KÜNSTLERIN YTO BARRADA


Yto Barrada ist im marokkanischen Tanger aufgewachsen und lebt dort heute wieder. In ihrer Kunst verbinden sich Poesie und Politik, Film und Literatur. Die Museumsräume liegen im Halbdunkel. Die großformatigen Bilder lehnen noch an den Wänden: sie zeigen einen weitverzweigten Feigenbaum, ein graues Fundament am Strand oder das marokkanische Rifgebirge - grün und geschwungen. Die gestochen scharfen Aufnahmen im Deutsche Guggenheim in Berlin muten dokumentarisch an und sind zugleich einfühlend, fast meditativ. "Der Baum ist ein wiederkehrendes Motiv. Der Titel der Ausstellung RIFFS kommt aus der Musik und steht für eine Wiederholung, wie ein Refrain. Es finden sich Palmen: als exotische Kunstprodukte, aber auch als Symbole der Macht. Es gibt den Stammbaum. Und in RIFFS steckt auch Rififi: ein französisches Slangwort für Chaos; der Titel eines Films von Jules Dassin; der Rifkrieg, gegen den die Surrealisten protestiert haben und in dem die Guerillataktik erfunden wurde. All das gibt einen Einblick in meine Welt." (...)

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Magazin der Berliner Zeitung, 29. Mai 2010

Der falsche Autoschieber
Die Geschichte einer unverhofften Begegnung

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Frankfurter Rundschau, 17. Juli 2009

Eine musste es tun
Katharina Wagenbach-Wolff zum 80.

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Magazin der Berliner Zeitung, 26. Januar 2008

Jeschüttet und jebündelt
In dritter Generation führt die Familie Hantke in Berlin eine Kohlenhandlung. Ein Bericht über ein aussterbendes Geschäft

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